Sabine Becker- Blauwärts -

Vernissage: FR 23.08.2019 19:30h
Städtisches Museum+Galerie Engen
Ausstellung: 24.08. - 27.10.2019
Sonderveranstaltung So 13.10.2019 16-18h mit Studenten der Uni KN unter der Leitung von Albert Kümmel-Schnur

eigenes Bild: Becker
Man kann vorwärts, seitwärts oder rückwärts blicken. Und wenn Sabine Becker in dieser Ausstellung die Blicke "blauwärts" lenken möchte, zeigt die Malerin eine gewünschte Richtung an: ins Blau. Seit Jahren beschäftigt sich die Künstlerin mit einem leuchtenden blauen Kobaltpigment. Der Blick taucht in das Blau, ohne Widerstand zu begegnen. Daher und aufgrund unserer Urerfahrung mit Wasser und Himmel gilt Blau als Farbe der Ferne und unbegrenzten Dimension.
Sabine Becker, möchte mit der Ausstellung Bezug nehmen auf den ehemaligen Kirchenraum. Wer ihn betritt, dessen Augen wandern zwangsläufig zu den kobaltblauen Arbeiten der Künstlerin, vielleicht aber auch zu den Fensteröffnungen, welche die Sicht auf das Blau des Himmels frei gibt.
„blauwärts".

„Es ist ein mittelblaues, warmes, samtiges, rotstichiges, unglaublich leuchtendes BLAU, das mich inzwischen seit 25 Jahren beschäftigt. Ich habe es in einer Pigmentmühle entdeckt und mich sofort dafür entschieden." Mit diesen Worten beschreibt Sabine Becker ihr Lebensthema: bleibend fasziniert von der Leuchtkraft des Pigments Kobaltblau setzt sie sich mit Kopf und Händen Tag für Tag mit ihm auseinander, nähert sich ihm in unendlich langsamer Bewegung, ist ganz bei ihm oder sehr, sehr weit entfernt. In Engen kann man dieser Bewegung nun drei Monate lang folgen. Interventionen einer Studierendengruppe des Studiengangs Literatur-Kunst-Medien der Universität Konstanz unter Leitung von Albert Kümmel-Schnur unterstützen die Ausstellungsbesuchenden beim Nachvollzug der Blaureisen Sabine Beckers. Auf diese Weise gelingt es vielleicht ihnen sich gemeinsam mit der Künstlerin „blauwärts" zu bewegen.
Im zentralen Raum des Museums, der Apsis der ehemaligen Dominikanerinnenkirche, hängen drei große kobaltblaue Tafeln. Plexiglasstelen laden Besucher zum Innehalten und Schauen ein. Was sieht man aus der Fern? Was aus der Nähe? In der Raummitte befinden sich hölzerne Sitzhocker, einige von ihnen sind mit Kopfhörern ausgestattet. Aus ihnen murmelt es: Gedichte, Anekdoten aus der Geschichte, Wissenswertes kann man hier beim entspannten Bildbetrachten hören. Oder durch bunte Farbfolien gucken, um zu sehen, ob ein Blau vielleicht noch blauer werden kann.
Aber zuviel soll nicht zuvor verraten werden – die Ausstellung bietet die Möglichkeit zu einer intensiven, durch vielfältige Medien unterstützten Auseinandersetzung mit Kunst und macht das Angebot, sich in eine Farbe zu verlieben: Kobaltblau.
 
Eine Ausstellung der Konstanzer Künstlerin Sabine Becker und ein Projekt des Studiengangs Literatur-Kunst-Medien im Stadtmuseum Engen
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